Nachrichten aus dem Hasen
Kochtalente-Wettbewerb der Ringhotels
26. Juli 2010
Sieben Jungköche stellten beim Kochtalente-Wettbewerb der Ringhotels ihre Kochkünste unter Beweis: Die Jury unter dem Vorsitz von "Hasen"-Chef Roland Nölly aus Herrenberg attestierte den Jungköchen gute Leistungen, Sieger wurde Jonas Krüger aus Rauenberg.
Dagmar Stepper
Während die sechs Köche und eine Köchin gestern in der Küche schwitzen und mit den letzten Vorbereitungen für ihr Menü zu tun hatten, trafen die ersten Testesser in der Mildred-Scheel-Schule in Böblingen ein. Zum ersten und deutschlandweiten Kochwettbewerb der Ringhotels hatten sich insgesamt 23 Jungköche im ersten und zweiten Ausbildungsjahr angemeldet, hier in Böblingen fand gestern die Vorrundenentscheidung für den südlichen Bereich statt. Gespannt warteten die Esser auf die Leckereien, die alsbald auf den Tellern serviert wurden. "Rinderkraftbrühe unter der Blätterteighaube", die Vorspeise erwies sich als sehr vielversprechend. Auf anderen Tellern befand sich Minestrone oder Paprikasuppe, jeder der sieben Jungtalente hatte in den vergangenen vier Stunden ein dreigängiges Menü für vier Personen gekocht - sieben verschiedene Vorspeisen wurden also aufgetischt.
Nur wenige Vorgaben
Die Vorbereitungen für diesen Tag fingen für die Jungköche vor einigen Wochen an. Wenig wurde bei den Gerichten vorgeschrieben: drei Gänge, im Hauptgang Schweinefilet und bei der Nachspeise Beeren und Crêpes verwenden. Anhand dieser Angaben kreierten die Azubis, die aus verschiedenen Regionen Süddeutschlands kamen, ihr ganz persönliches Menü. Gestern in der Küche der Berufsschule lagen die Zutaten bereit, sie konnten mit ihren Kochkünsten loslegen. Schweinefilet mit Pilzstrudel und Herzoginkartoffeln, Schweinefilet im Kräutermantel, Schweinefilet in Portweinjus - originell und abwechslungsreich präsentierte sich der Hauptgang.
Immer wieder wurden von den Testessern die Teller der anderen Gäste in Augenschein genommen und sich heimlich gefragt, ob wohl das eigene oder das andere Essen besser mundet. "Ein bisschen trocken", wurde an einem Tisch gemurmelt, während an einem anderen die Zartheit des Fleisches gelobt wurde. Der Nachtisch wurde allgemein begeistert aufgenommen: Viel Mühe hatten sich die Köche auch hier gegeben, wie kleine Kunstwerke schimmerten sie auf den Tellern. "Was wir hier bekommen haben, war super", lobte einer der Esser zum Abschluss.
Während die Testesser in Ruhe genießen konnten, wartete auf die Jury das härtete Los: "Hasen-Chef" Roland Nölly, Jochen Bandel vom Hotel "Kaiser" in Mönchberg und Hauswirtschaftslehrerin Jutta Prellwitz hatten alle 21 Gerichte gekostet, in die abschließende Beurteilung flossen außerdem theoretische Fragen und Dinge wie Menüplanung, Sauberkeit, Arbeitstechnik und Zeiteinteilung ein.
Roland Nölly lobte die Jungtalente: "Es gehört Mut dazu, bei diesem Wettbewerb mitzumachen." Einige hätten hervorragende Leistungen gezeigt, bei anderen fehle allerdings noch die Professionalität. "Crêpes sind etwas Hauchdünnes", legte er dem Nachwuchs beispielsweise ans Herzen. "Vor der Herausgabe des Essens müsst ihr auch probieren", lautete ein anderer Rat. Doch zollte er den Teilnehmern, die ja erst am Anfang ihrer Karriere stehen, allgemein großen Respekt. Jochen Bandel pflichtete ihm bei. In vielen Hotels würden die Jungköche im ersten Lehrjahr nicht am Herd stehen, sondern bei den Vorbereitungen helfen, da sei das eine reife Leistung. Und es soll Ansporn sein, sich weiterzuentwickeln und Erfahrungen zu sammeln, betonte Susanne Hartleib, die im Qualitätsmanagement der Ringhotels tätig ist. So sah es auch der Sieger Jonas Krüger vom Ringhotel in Rauenberg: "Klar ist es schön, zu gewinnen, aber die Erfahrungen und der Spaß, den ich dabei hatte, waren wichtiger." Er und der Zweitplatzierte Steffen Uttenweiler aus Rottweil reisen im kommenden Frühjahr zum Finale des Kochwettbewerbs - nach Kiel.
