Nachrichten aus dem Hasen
Herrenberg-Teller des " Herrenberger GastroNet"
25. März 2010
Vielseitigkeit des Gäus kommt auf den Tisch
Herrenberg: Wirte des "GastroNet" kreieren
"Herrenberg-Teller"mit regionalen Produkten
Wie schmeckt das Gäu? Wirte des Herrenberger "GastroNet" haben da eine genaue Vorstellung. Und die setzen sie jetzt mit dem "Herrenberg-Teller" um. Gemeinsam ist den individuellen Kreationen der zwölf Gastronomie-Betriebe, dass fast ausschließlich regionale Produkte aus dem Herrenberger Raum und dem Heckengäu verwendet werden.
Esther ElbersDie Gastronomen präsentierten gestern beim Presse-Gespräch im Herrenberger Hotel "Hasen" zwölf Gerichte, kredenzt auf einem neuen, speziellen Teller im "GastroNet"-Design. Die Palette ist vielseitig und reicht von Heckengäulinsen mit geräucherten Lammwürsten über heimisches Spanferkel auf Sauerkraut sowie Gäu-Schneckenragout im Blätterteigtörtchen bis hin zum zünftigen Vesper mit verschiedenen Wurstsorten oder auch einem Graupen-Kräuter-Risotto. Mit der Aktion will das "GastroNet" - das Netzwerk der Herrenberger Gastronomie und Hotellerie - den "Genuss des Gäus" erlebbar machen und das Wir-Gefühl und die Region stärken, wie "Adler"-Wirt Wilhelm Bührer erklärte. Zudem soll das Projekt ein Beitrag zum Schutz der Natur- und Kulturlandschaft und zur Sicherung von Arbeitsplätzen sein.
Jeder der zwölf Gastronomie-Betriebe hat einen individuellen "Herrenberg-Teller" zusammengestellt, der sich immer wieder
verändern soll - auch entsprechend der saisonalen Produkte. Eine Voraussetzung ist, dass 90 Prozent der verwendeten Nahrungsmittel eines Gerichts aus der Region stammen. "Jeder Gastronom kann genau sagen, woher er die Produkte bezieht", verdeutlichte Bührer. Neben dem "Hasen" und dem "Adler" kredenzen auch das "Marco Polo", der "Schlosskeller", das Restaurant "Del Sole", die "Linde" in Affstätt, die "Traube", das "La Piazza", das Hotel "Kaiser" in Mönchberg, die "Osteria da Gino", die "Krone" in Kuppingen und das
Hotel "Ramada" ihren jeweiligen "Herrenberg-Teller".
Beeindruckt von dem Projekt zeigte sich Oberbürgermeister Thomas Sprißler. "Für uns als Stadt ist es ein wichtiger Faktor und ein wichtiges Zeichen, was hier passiert." Die Aktion sei der Beweis für eine "große Innovationskraft", die sowohl für die Gastronomie-Branche als auch für die Stadt
von Bedeutung sei. Für das kulinarische Unterfangen ist Herrenberg nach Ansicht des Rathaus-Chefs besonders prädestiniert, weil die Landschaft so vieles zu bieten habe,
was sich dann in den Restaurant-Küchen verarbeiten lässt.
Dieser Ansicht sind auch die Gastronomen. So verwendet beispielsweise Dieter Fahrbach, Wirt der Kuppinger "Krone" bei seinem "Herrenberg-Teller" Wurst von seinem Hausmetzger - "heimische Produkte zu verwenden, dazu haben wir uns bei der Aktion verpflichtet", sagte Fahrbach und freute sich über die "wunderbare Vielfalt", die auf den Teller komme.
Gino Costanza wiederum setzt in der "Osteria da Gino" bei seiner Herrenberg-Kreation zum Auftakt auf Salers-Rind aus Gärtringen, während Stefan Heinrich im "Schlosskeller" mit Rehgulasch an Gäuzwetschgenconfit aufwartet.
Derweil hält Wilhelm Bührer Lammwürste und Heckengäulinsen bereit. Früher seien Linsen in der Region ein typisches Produkt gewesen, was sich dann aber geändert habe. Im vergangenen Jahr habe dann Andreas Kindler, Vorsitzender des Böblinger Kreisbauernverbands, die Hülsenfrucht erstmals wieder in Renningen auf rund einem Hektar Land angebaut.
Bührer geht davon aus, dass die aromatische Gäulinse künftig öfter auf dem Teller landet. "Viele Landwirte, insbesondere
aus Tailfingen, haben zugesagt, dass sie in diesem Jahr Linsen auf 15 Hektar anbauen wollen." Ein Anliegen ist den Wirten auch, dass der "Herrenberg-Teller" die
Nationalitäten-Vielfalt der Gastronomen widerspiegelt.
Beispiel Pizzeria "Marco Polo": Die Lachsforelle stammt aus dem Schwarzwald, das Gemüse und die Kartoffeln kommen aus
der Umgebung, dennoch hat das Gericht eindeutig eine italienische Note.
Die Gerichte werden sich in den kommenden Wochen und Monaten immer wieder ändern, der "Herrenberg-Teller" aber soll als feste Größe weiter bestehen. Informationen zu dem Projekt gibt es auch unter www.gastronet-herrenberg.de
